Das Spiel – Weihnachten 1914

by Ian McMillan

Es ist so kalt.
Die Zeilen dieses Gedichts sinken in den unversöhnlichen Schlamm.
Keine weiße Weste.

Dämmerung eines erstarrenden Tages.
Die Waffen frieren fest in den Händen der Viererkette.
Der Mond hängt in der Luft wie ein Ball
abgewehrt von einem zitternden Torwart.
Alles, was die Jungs heute machen wollen
ist Schießen, Verteidigen, Stürmen.

Licht fällt auf ein vorsichtiges Winken. Die zerfurchten Gesichter
sind erhoben, bis man den Atem sieht.
Ein Ball, geschossen im Morgennebel
fliegt durch die Luft, wie ein Mond.
Alles, was die Jungs heute haben wollen
ist eine ordentliche Verlängerung.

Keine strenge Aufstellung an diesem Morgen.
Kein 4-4-2, kein 4-5-1
Keine Regeln. Wirklich nicht. Nur Rumgebolze.
Es gibt nichts zu gewinnen
außer Respekt. Wir haben uns Bilder gezeigt,
ich habe den Namen seines Kindes erfahren.
Nun vergiss diese Verse:
Wir wollen endlich spielen.

Kein weißer Elferpunkt an diesem Morgen,
die Spieler sind alle unbekannt.
Man kann sie auf Friedhöfen sehen
in Aufstellungen vergessener Steine.
Das Tornetz ist der Stacheldraht,
das Spielfeld ist das Niemandsland,
ein Aufflackern wirft Licht auf Szenen
zwischen Spielerbunker und Graben.

Vor einhundert Wintern öffnete sich
der Himmel dem Sonnenschein,
welcher die Spieler dieser Mannschaften
und die Töne dieses unschuldigen Spiels erleuchtete.
Alles, was die Jungs heute hören wollen,
ist der Schlusspfiff. Lasst sie gehen.

Es war so kalt.
Die Verse dieses Gedichts werden geschrieben sein
in den unvergessenen Schlamm wie eine Mannschaftsaufstellung.
Erinnert euch an sie. Lest sie erneut.